Direkt zum Hauptbereich

Leserunde Eva Almstädt, Das Fazit zum Buch "Ostseetod"

In meinem letzten Post hatte ich es ja bereits erwähnt: die letzten 4 Wochen habe ich mit einer Lesejury zusammen den neuen Krimi von Eva Almstädt aus der Reihe um Pia Korittki für BasteiLübbe vorabgelesen. Heute erscheinen die Abschlussrezensionen aller Teilnehmer. Das Buch selbst erschien bereits am 11.03.2016 im BasteiLübbe Verlag. Herrlich...kommt man sich fast ein bisschen wichtig vor. Leider formiert sich BasteiLübbe gerade ein wenig um, so dass es derzeit keine weiteren Leserunden gibt, für die man sich bewerben könnte. Ich fand es toll. Ich werde das auch gerne wieder machen, sofern der Verlag mich lässt.

Und weil das Buch wirklich toll ist, möchte ich eine GEKÜRZTE Leserezension hier ebenfalls abdrucken. Ich habe hier bewusst Teile raus genommen, damit ihr a) nicht zu viel zu lesen habt und b) die Spannung ein wenig erhalten bleibt. Auch wenn eine Rezension ja kein Klappentext ist, hab ich für Euch eine andere Fassung gewählt. Viel Spaß damit und vielleicht kann ich ja den Einen oder Anderen verleiten:


Abschlussrezension „Osteetod“; Autor Eva Almstädt, bei BasteiLübbe erschienen am 11.03.2016

Ostseetod ist der 11. Teil der Krimi-Reihe um die Kriminalkommissarin Pia Korittki aus Lübeck. Alle Krimis sind in sich abgeschlossen, wer also mit diesem Teil in die Serie starten will: Kein Problem. Pias Privatleben spielt in den Krimis allerdings auch immer eine große Rolle, so dass es natürlich spannender ist, wenn man alle Teile, und die wiederkehrenden Personen, die auch ein wenig den Charme der Serie ausmachen, bereits kennt.

Worum geht´s in diesem Teil?
Ganz allgemein:
Ihr Vorgesetzter Manfred Rist möchte Pia vom Dienst freistellen, weil sie Täterwissen an die Presse weitergegeben haben soll: „Du bist ein Sicherheitsrisiko“. Pia lernt völlig unerwartet Lars Vergangenheit kennen und stürzt vor lauter Aufregung mit ihrem Fahrrad in den Fluss. Und auch ihre Vergangenheit lässt sie nicht in Ruhe. Marten Unruh taucht plötzlich wieder auf und auch die Frage, wer denn Felix Vater ist. Pias Sohn hat auch wieder einen Auftritt und kämpft mit dem ersten Kindergartentag. Der Kleinkrieg zwischen Mascha und Pia ist auch nicht zu Ende; das obwohl Mascha jetzt endlich selbst schwanger ist. Auch Pias Kollege Broders hat seinen eigenen privaten Fall zu lösen.

Zum Fall selbst:
In einem kleinen Dorf an der Ostsee verschwindet ein 11-jähriges Mädchen. Lara taucht nach einer Verabredung mit einer Freundin nicht wie vereinbart an der Bushaltestelle auf. Ein Alptraum, hatte die Mutter Sophie doch aus Zeitgründen ihr Kind nicht selbst dort hinfahren und wieder abholen wollen. Während der Vater bei der ersten Befragung von nichts wissen will (heiles Landidyll), erfahren wir schnell über die brodelnden Konflikte innerhalb der Familie und innerhalb des Dorfes. Die Mutter hat eine heimliche Beziehung zum Antiquitätenhändler Florian, der mit der ehrgeizigen Lucie, die eine Ballettschule betreibt, verheiratet ist. Es taucht schnell die Frage auf, ob es hier einen Zusammenhang gibt. Oder kann Lara mit dem Druck nicht umgehen, weil sie in ihrer Freizeit Ballettstunden bei Lucie nimmt und mit der Apothekertochter Cäcilia um die Aufnahme an einer höheren Ballettschule konkurriert. Da Lösegeldforderungen fehlen, tappen Pia & ihre Kollegen im Dunkeln.

Schnell formiert sich deswegen eine Bürgerwehr die vom tonangebenden Gutsbesitzer ins Leben gerufen wird: Ansgar Hellbach, der mit seiner erwachsenen Tochter im Verwalterhaus des alten Gutshauses wohnen muss, weil ihm das Geld ausgeht. Er selbst hat nicht nur die kleine Gemeinde gut in der Hand, sondern herrscht auch despotisch über seine eigene erwachsene Tochter Friedlinde, die ihm den Haushalt führen muss und kein eigenes Leben zu führen scheint und und eher bieder daher kommt. Ebenfalls dabei ist Lucies Bruder Rüdiger, der nach einem verpatzten Auswanderungsversuch wieder zurück im Dorf ist. Der typische Macho mit Hang zu Prügeleien; ständig pleite und in einem Wohnwagen auf dem Grundstück der Schwester wohnen muss und für den Schwager ab und an Handlangerarbeiten übernehmen darf. Fehlen noch Cäcilias Vater, Hendrik Nagel (hiesige Apotheker), der permanent nervös erscheint und der junge unsichere Sven Fricke, der von den anderen Herren wenig Beachtung bekommt und heimlich in Hendrik Nagels Schwägerin Miriam verliebt ist. Ausgerechnet Sven findet bei einem der Rundgänge durch die Wälder plötzlich Florian Warnke erhängt an einem Brückengeländer. Die Polizei findet dazu auch noch Laras Notizbuch am Tatort. Ist Florian der Täter, der eigentlich in Polen zum Möbelkauf unterwegs ist. Und kann Lara jetzt noch gefunden werden?

Als Lara überraschend bewusstlos von Sven in den Dünen entdeckt wird, ist die Verwirrung komplett. Lara kennt ihren Entführer nicht, weiß auch nur auf Nachfrage von einem Raum zu berichten, in dem sie Gefangen gehalten wurde und verhält sich bei den Befragungen eher defensiv und man kommt nicht richtig dahinter, was jetzt wirklich passiert ist. Liegt es daran dass Lara die meiste Zeit betäubt war oder verheimlicht sie was. Warum hat der Täter sie plötzlich freigelassen und wer war der Mörder von Florian. Als dann Cäcilia vermisst wird, stehen alle vor einem Rätsel.

Fazit: Absolute Kauf- und Leseempfehlung *****.
Herrlich realistisch beschriebene Dorfdynamik. Jeder kennt Jeden, Jeder traut keinem und Jeder spricht über Jeden. Wer Stand hat, hat das Sagen. „Wir sind nur Dreck unter ihren Fingernägeln, hat Florian immer gesagt. Solange wir in ihrem System funktionieren und ihnen von Nutzen sind, so lange dulden sie uns neben sich....“ Und Wieder hervorragend ist das Zusammenspiel zwischen den Kollegen Korrittki, Broders, Gerlach & Co. Flüssiger Schreibstil, durchgängig schlüssig und bis zum Ende hin spannend, teilweise witzig ohne kitschig zu werden. Die Nebenschauplätze langweilen nicht. Die Charaktere bleiben sich treu, so dass man sich auch in Band 11 sofort wiederfindet. Am besten gefallen hat mir, dass es während des ganzen Buches so viele Möglichkeiten gab, wie die Geschichte weitergehen könnte, ohne dabei unlogisch zu werden. Ich hatte während dem Lesen bestimmt 4 oder 5 plausible Theorien und am Ende hat Frau Almstädt es geschafft, mich mich mit dem Motiv doch noch zu überraschen.




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Mini-Alben...

Heute will ich Euch die vier kleinen Mini-Alben (nach diesem Video) zeigen, die ebenfalls mit auf dem Mädchenflohmarkt waren und ein paar Ostergoodies (die Variante habt ihr bestimmt schon mit der Tag-Stanze ganz oft gesehen). Ich habe Sie mit ein paar Federn und dem Ei aus dem backyard basics Set dekoriert.






Wickeltasche Willow

Heute zeige ich (nicht ganz ohne Stolz) mein Projekt vom Wochenende, das ich heute fertig gestellt habe. Es gibt so einige Modelle im Internet zu bestaunen und auch bei Pinterest gibt es eine kleine Ausstellung. Das ebook und das entsprechende Schnittmuster ist von lillesol & pelle und gibt es für 5,00 Euro hier.
Die Tasche hat eine große Verschlussklappe, die durch diesen Klappenstreifen unten gehalten wird.
Die Klappe wird quasi einfach dahinter geschoben.

Einige habe vielleicht schon erkannt, dass ich den Steppstoff in Grau von Farbenmix genutzt habe.
Ich bin super begeistert und bin froh, dass ich mich für diesen Taschenstoff entschieden habe und noch einiges auf Vorrat davon habe. Dann bin ich vorletzten Freitag spontan noch zu Stefanie gedüst und habe mir da alles was mir fehlte und dann natürlich auch wieder was mir nicht fehlte ;-) besorgt und dann gings los. Bei Stefanie gibts auch tolles feste Vlies das ich noch nicht benutzt habe aber dass sich sehr gut verarbeite…

Schlimmer geht immer...

Eigentlich wollte ich Euch in den letzten Tagen was zum Tod von Guido Westerwelle schreiben. Mich hat das am Freitag wirklich hart getroffen. Ich bin hier ganz ehrlich. Ich weiß von Guido Westerwelle soviel wie die meisten wahrscheinlich.

Bei mir hinterlässt das hier aber so eine furchtbare Hoffnungslosigkeit. Ich meinte es wäre erst vor ein paar Tagen gewesen, da sah ich die Sendung mit Günter Jauch und dachte. Puh, okay die Krankheit hat ihn gezeichnet, aber er hat gekämpft und man kann mit Wille und Glaube viel schaffen. Als Politiker hat er mich wenig interessiert und seine Rede hat mich selten angesteckt, aber da war ich wirklich von seinem Auftreten überzeugt. Das macht doch Mut.

Und was ist...jetzt haut ihn eine Lungenentzündung um weil er sich von der eigentlichen Krebstherapie nicht erholt hat. Für mich bleibt da wirklich nur noch so ein Gefühl von: das kann keiner Besiegen. Das macht mich mutlos und die Angst vor dieser Gefahr lähmt mich fasst ein bisschen. Weil man immer ir…